Geschäfte in Aspern
Wenn heute vom "Greißlersterben" und dem dadurch resultierenden Verlust der lückenlosen Nahversorgung gesprochen wird, so hat das auch seine Ursache. Denn um in einer so riesigen Warenvielfalt gustieren und auswählen zu können, die uns jetzt in Supermärkten (unter einem Dach) angeboten wird, musste man vor 100 Jahren etliche Geschäfte aufsuchen. So ist es nicht verwunderlich, dass damals in Aspern neben vielen Lebensmittelgeschäften auch eine große Anzahl an Handels-, Dienstleistungs- und Kleingewebebetrieben etabliert war.
Herr Franz Vrbicky hat sich einmal die Mühe gemacht, alle Bauern, Gärtner, Geschäfte, Betriebe usw., die etwa von 1900 bis 1950 in Aspern ansässig waren (und teilweise noch sind) wie folgt namentlich aufzulisten:
2 Bäcker, 3 Fleischhauer, 1 Pferdefleischhauer, 3 Konditoreien, 3 Friseure, 18 Lebensmittelgeschäfte, 1 Farbenhandlung, 2 Schlossereien, 1 Installateur, 1 Fahrradgeschäft, 3 Huf.-u. Wagenschmiede, 3 Spengler, 1 Hühnerfarm, 2 Sattler, 1 Wagner, 2 Tischler, 1 Modelltischler, 5 Schneider, 4 Moden-Strickwarengeschäfte, 1 Städt. Waage, 4 Trafiken, 1 Weinhandel, 1 Kartoffelgroßhandel, 2 Malerbetriebe, 3 Baumeister, 3 Zimmereien, 1 Spirituosenerzeugung und 1 Spirituosenhandlung, 10 Gasthäuser, 4 Prakt. Ärzte, 1 Zahnarzt, 1 Apotheke, 1 Holzhandlung, 1 Eissalon, 1 Blockeisenhandlung, 3 Transportunternehmen, 1 Dachdecker, 2 Blumenhandlungen, 50 Gärtner und Bauern, 2 Musiklehrer und nur 1 Tankstelle.
Diese Liste ist sicher nicht vollständig. Denn wie es im Leben ein Kommen und Gehen gibt, gab es in Aspern ein Auf- und Zusperren. Zum Beispiel: das Haus Siegesplatz 22 und 22a beherbergte um 1900 die Gemischtwarenhandlung "Burger", danach kamen die zwei Geschäfte "Savonith". Im Lauf der Zeit gab es noch einige Lokalwechsel. Heute wird das Haus durch die "geschichtliche" Mosaikfassade der Firma "Wohnkeramik WEIHS" geprägt.
Johannes Holba


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