Dreschen wie anno dazumal …
Dreschen, das Korn mit dem Dreschflegel aus den Ähren zu schlagen, war eine sehr mühsame und kräfteraubende Arbeit, es sicherte aber vielen Landarbeitern über die Wintermonate einen Arbeitsplatz. Durch die Erfindung einer Maschine für diese Arbeit fürchteten viele Drescher um ihre Existenz und es kam 1830/31 in England zum „Maschinensturm“, bei dem über 400 Dreschmaschinen zerstört wurden. Doch der Siegeszug dieser neuen Art zu dreschen war nicht mehr aufzuhalten.
Wurden die ersten Dreschmaschinen noch von Hand aus, also mit menschlicher Muskelkraft betrieben, so verlangten die immer größer werdenden Nachfolgemodelle mehr Leistung und Kraft. Die Technik, den Göpel (eine Art Kurbel, die von Zugtieren angetrieben wurde) als Kraftmaschine einzusetzen, brachte eine konstante Leistung und auch die für ein einwandfreies Arbeiten erforderliche Trommeldrehzahl von 1000 Umdrehungen/ Min. Später wurde diese Antriebsart von Dampfmaschinen, Elektro- und Verbrennungsmotoren abgelöst. Der Mähdrescher verdrängte dann ca. ab den 1950iger Jahren den Schnitter, die Antriebsaggregate und den guten alten „Dreschkasten“.
Beim Erntedankfest am 17. September 2006 zeigte Hr. Karl Reiter jun. und sein Team mit einer Dampfdreschvorführung (Ecke Biberhaufenweg – Heldenplatz) wie DRESCHEN ANNO DAZUMAL funktioniert hat. Um 12.30 Uhr wird das „Dampfross“ angeheizt und um 13.30 Uhr mit dem Dreschen begonnen.
Technische Daten:
Dampfmaschine (Bild rechts) –
Ruston und Hornsby, Bauj. 1925, Gew.
2500 kg, Druck 8,5 bar, 4 PS, max 400
Umdr./Min, Kesselinhalt 300 l.
Ursprünglich stand sie in den Serbischen
Karpaten nahe der Donau. Günter
Prazda (Besitzer derzeit) holte sie nach
Breitstetten N.Ö. und restaurierte sie in
mühevoller Kleinarbeit. Schwungraddurchmesser
120 cm, die Riemenlänge
ist 20 m (10 m Abstand zur Dreschmaschine).
Das linke Bild zeigt eine Stiften-Dreschmaschine
– Hofherr - Schranz - Clayton -
Shutteworth Typ TSPD Bauj. 1926 Gew.
1300 kg, Kraftbedarf ca. 4-5PS, 1135
Umdr./Min., ihr Restaurator und Besitzer
ist Karl Reiter jun.
Der Personalbedarf beim Dreschen ist:
1 Maschinist (Dampfkesselwärterprüfung
erforderlich), 1 Heizer, 1 Stroheinleger,
1-2 Sackträger, 1 Garbenauflöser, 1
Garbenzugeber, 1 Spreuwegschaffer und
eine Aufsichtsperson.
Johannes Holba


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